Brot Ohne Kneten

Dieses Brot ist nicht aus einem großen Plan entstanden, sondern aus einem ganz normalen Alltag heraus. Ich habe Brot immer geliebt, aber das Backen lange gemieden, weil es in meinem Kopf mit viel Technik, Kneten und perfektem Timing verbunden war. Es wirkte wie etwas, das man „richtig können“ muss, sonst wird es nichts.
Irgendwann kam der Wunsch, Dinge langsamer anzugehen und wieder mehr selbst zu machen, ohne mir dabei zusätzlichen Druck aufzubauen. Brot schien dafür eigentlich perfekt, nur eben nicht in der klassischen, anspruchsvollen Variante. Bei meiner Suche nach einem unkomplizierten Rezept bin ich zum ersten Mal über ein No-Knead-Brot gestolpert, also ein Brot ohne Kneten, das allein durch Zeit und Ruhe entsteht.
Die Idee hat mich sofort angesprochen. Ein Teig, der nicht bearbeitet werden will, sondern einfach stehen darf. Wenig Hefe, einfache Zutaten und eine lange Ruhezeit von 18 Stunden, in der der Teig ganz in seinem eigenen Tempo arbeitet. Das fühlte sich plötzlich machbar an.
Als ich dieses Brot zum ersten Mal angesetzt habe, war ich skeptisch, aber auch neugierig. Mehl, Wasser, Salz und ein Hauch Hefe wurden kurz verrührt, mehr passierte nicht. Kein Kneten, kein Formen, kein Stress. Ich stellte die Schüssel zur Seite und ließ den Teig einfach in Ruhe.
Am nächsten Tag war ich überrascht, wie viel in dieser Zeit passiert ist. Der Teig war aufgegangen, voller kleiner Bläschen und hatte einen angenehmen, leicht aromatischen Duft entwickelt. In diesem Moment wusste ich, dass genau diese Art des Brotbackens zu mir passt.
Seitdem ist dieses einfache Brot ohne Kneten ein fester Bestandteil meiner Küche geworden. Es passt in meinen Alltag, weil es Geduld statt Kraft verlangt und Raum für Flexibilität lässt. Ich kann den Teig abends vorbereiten und am nächsten Tag backen, ohne ständig darauf achten zu müssen.
Dieses Brot steht für langsames Brotbacken, für Vertrauen in den Teig und für die Erkenntnis, dass gutes Brot nicht kompliziert sein muss. Die knusprige Kruste und die saftige Krume entstehen ganz von selbst, allein durch die lange Teigführung.
Dieses Rezept richtet sich an alle, die Brot backen möchten, ohne sich zu überfordern, und an alle, die entdecken wollen, wie gut Brot ohne Kneten schmecken kann, wenn man ihm einfach Zeit gibt.
Brot Ohne Kneten
Gang: BrotSchwierigkeit: Easy1
Portionen20
Minuten18
StundenZUTATEN:
400 g Mehl (Typ 405 oder 550)
320 ml warmes Wasser
1 TL Salz
1/4 TL trockene Hefe
- Mehl, Salz und Trockenhefe in einer großen Schüssel mischen. Das warme Wasser hinzufügen und alles mit einem Löffel oder Teigschaber verrühren, bis kein trockenes Mehl mehr sichtbar ist. Der Teig ist sehr weich und klebrig – das ist richtig, nicht kneten! Den Teig 18 Stunden bei Raumtemperatur (ca. 20–22 °C) ruhen lassen. Er sollte sich deutlich vergrößern und viele kleine Bläschen bilden.

- Den Ofen auf 250 °C vorheizen und dorthin einen Gusseisen Topf mit Deckel stellen. Nach ca. 25 Min könnt ihr mit dem Teig weiter arbeiten.
- Die Oberfläche des Tisches mit Mehl bestreuen. Den Teig hinlegen und mit Hilfe eines Teigschabers 4 Mal gefaltet (von unten, oben, links, rechts). Ihr könnt auch einen großen Messer benutzen.


- Den Teig mit der gefaltete Seite nach unten in den Topf geben und mit der Deckel schließen. Bei 250 °C 35 Minuten backen. Dann den Deckel abnehmen und für weitere 15 Minuten bei 220°C backen. 1 Stunde abkühlen lassen.

- FALLS IHR KEIN GUSSEISENTOPF HABT: Backofen auf 240 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Ein leeres, hitzefestes Blech auf den Ofenboden stellen (für Dampf).
Brot samt Backpapier auf ein heißes Backblech schieben.
Sofort ca. 200 ml heißes Wasser in das untere Blech gießen und Ofentür schnell schließen.
10 Minuten bei 240 °C
Danach Dampf ablassen (Ofentür kurz öffnen), Temperatur auf 220 °C senken
Weitere 20–25 Minuten backen, bis das Brot kräftig gebräunt ist.
NOTIZEN:
- Für mehr Aroma: Ruhezeit auf 20–24 Std. verlängern
Zuletzt aktualisiert am 25 Januar, 2026




